Abmahnung wegen Nutzung von Need To Feel Loved auf Instagram – Reflekt, Delline Bass, Adam K, Soha

BERECHTIGUNGSANFRAGE · NEED TO FEEL LOVED · INSTAGRAM · URHEBERRECHT

Abmahnung wegen Nutzung von „Need To Feel Loved" auf Instagram

Gewerbliche Instagram-Nutzer erhalten derzeit vermehrt Post vom Rechteinhaber des Dance-Hits „Need To Feel Loved“. Das Schreiben trägt den Titel „Berechtigungsanfrage“ und fordert zur nachträglichen Lizenzierung der Tonaufnahme auf – verbunden mit der Zahlung einer teils erheblichen Vergütung. Auch wenn dieses Vorgehen auf den ersten Blick harmloser klingt als eine förmliche Abmahnung, stecken dahinter ernst zu nehmende rechtliche Forderungen. Wer ein solches Schreiben erhalten hat, sollte weder voreilig überweisen noch das Ganze einfach aussitzen.

Als Medienkanzlei Geßner Legal beraten wir laufend Betroffene in genau dieser Situation. Nachfolgend ordnen wir das Schreiben rechtlich ein, erläutern die Berechnungsmethode der Gegenseite und zeigen auf, welche Optionen Sie haben. Weiterführende Informationen zu sämtlichen aktuellen Musikabmahnungen haben wir auf unserer Übersichtsseite zu Abmahnungen wegen Musiknutzung auf Social Media zusammengestellt.

Um welchen Track geht es und wer stellt die Forderungen?

Betroffen ist die Tonaufnahme „Need To Feel Loved“ der Künstler Reflekt, Delline Bass, Adam K und Soha – ein Dance-Track, der seit seiner Veröffentlichung weltweit hohe Streamingzahlen verzeichnet und auf Instagram regelmäßig als Soundtrack für Reels verwendet wird.

Das Schreiben stammt vom exklusiven Inhaber der Nutzungsrechte an dieser Tonaufnahme. Dessen Ansprüche richten sich gezielt gegen die Verwendung in sogenanntem „Commercial User-generated Content“ – also gegen Videos, die im geschäftlichen Umfeld auf Social-Media-Plattformen veröffentlicht werden. Konkret wirft die Gegenseite vor, dass die Tonaufnahme ohne entsprechende Genehmigung für die Produktion und Veröffentlichung eines Instagram-Videos genutzt wurde.

Nachlizenzierung statt Unterlassungserklärung: Was steckt hinter dem Schreiben?

Das Besondere an den aktuellen Schreiben zu „Need To Feel Loved“ ist das Format. Während bei den meisten Musikabmahnungen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung im Mittelpunkt steht, wählt die Gegenseite hier einen anderen Weg: Sie bietet eine nachträgliche Lizenzierung an. Sie sollen also im Nachhinein die Nutzungsrechte erwerben, die vor der Veröffentlichung des Videos hätten eingeholt werden müssen – gegen Zahlung einer entsprechenden Vergütung.

Auf den ersten Blick mag das weniger dramatisch wirken als eine Abmahnung mit Vertragsstrafen-Drohung. In der Sache ändert sich dadurch jedoch wenig an der rechtlichen Brisanz. Denn lehnen Sie das Nachlizenzierungsangebot ab, ohne eine Einigung zu erzielen, steht dem Rechteinhaber der reguläre Rechtsweg offen. Das kann eine förmliche Abmahnung, ein Mahnverfahren oder direkt eine Klage sein. Die Berechtigungsanfrage ist also weniger eine freundliche Einladung als vielmehr die Vorstufe zu einer möglichen gerichtlichen Auseinandersetzung.

Welche Rechte werden geltend gemacht?

Rechtlich stützt sich das Schreiben auf zwei Normen des Urheberrechtsgesetzes. Zum einen auf § 85 UrhG, das sogenannte Tonträgerherstellerrecht. Dieses Recht gewährt demjenigen, der eine Musikaufnahme produziert oder die Rechte daran erworben hat, die alleinige Befugnis über die Vervielfältigung und Verbreitung dieser Aufnahme zu bestimmen. Geschützt ist dabei nicht die Melodie oder der Songtext, sondern die konkrete klangliche Produktion – also genau die Aufnahme, die in Ihrem Reel zu hören war.

Zum anderen wird § 19a UrhG herangezogen, das Recht der öffentlichen Zugänglichmachung. Jedes Video, das auf Instagram hochgeladen wird, ist grundsätzlich für jedermann abrufbar. Damit ist der Tatbestand dieser Norm erfüllt – unabhängig davon, wie viele Personen das Video tatsächlich angesehen haben.

So berechnet die Gegenseite die geforderte Vergütung

Die Höhe der Lizenzvergütung bestimmt die Gegenseite nach dem Prinzip der Lizenzanalogie (§ 97 Abs. 2 Satz 3 UrhG). Die Idee dahinter: Sie sollen den Betrag nachzahlen, der angefallen wäre, hätten Sie vor Veröffentlichung des Videos eine ordentliche Lizenz erworben.

Bei der konkreten Bezifferung zieht die Gegenseite ein ganzes Bündel an Kriterien heran. Berücksichtigt werden unter anderem die Streamingzahlen und Rundfunkeinsätze des Tracks, der Bekanntheitsgrad der beteiligten Künstler, wie viele Sekunden die Musik im Video zu hören ist, welche Reichweite der Beitrag auf Instagram erzielt hat und wie groß das Unternehmen des Betroffenen ist. Außerdem prüft die Gegenseite, ob zwischen dem verwendeten Song und den beworbenen Produkten oder Dienstleistungen ein inhaltlicher Zusammenhang besteht – etwa wenn der Track gezielt zur emotionalen Untermalung einer Werbekampagne eingesetzt wurde.

Darüber hinaus argumentiert die Gegenseite mit dem Effekt der Marktverwässerung. Wenn zahlreiche Unternehmen denselben Track ohne Lizenz in ihren Kampagnen einsetzen, sinke der Wert regulärer Lizenzvereinbarungen. Dieses Argument dient dazu, die geforderte Summe nach oben zu begründen.

In unserer Beratungspraxis stellen wir allerdings regelmäßig fest, dass die anfänglich bezifferten Beträge über dem liegen, was im Streitfall gerichtlich durchgesetzt werden könnte. Besonders wenn ein Video nur kurz online stand und wenig Interaktion generiert hat, lässt sich die Forderung in Verhandlungen oft spürbar reduzieren.


Abmahnung wegen Musiknutzung auf Social Media: Rechtsanwalt David Geßner erklärt, wie Sie sich bei einer Abmahnung richtig verhalten – Geßner Legal Medienkanzlei

Musik aus der Instagram-Bibliothek: Kein Freibrief für Unternehmen

Viele Betroffene wundern sich über das Schreiben, weil sie den Track direkt über die Musikfunktion von Instagram in ihr Reel eingefügt haben. Der Gedanke liegt nahe: Wenn Instagram den Song anbietet, wird die Nutzung wohl erlaubt sein. Dieser Schluss ist jedoch trügerisch.

Die Plattform hat zwar Lizenzvereinbarungen geschlossen, die es Nutzern ermöglichen, Musik in Beiträge einzubinden. Diese Vereinbarungen decken allerdings in aller Regel nur den privaten, nicht-kommerziellen Gebrauch ab. Wer seinen Account nutzt, um Kunden anzusprechen, Veranstaltungen zu dokumentieren oder das eigene Geschäft darzustellen, fällt aus dem Schutzbereich dieser Plattformlizenzen heraus. Die Grenze zwischen privat und gewerblich wird dabei weit gezogen – schon ein Business-Profil oder regelmäßige Posts mit Unternehmensbezug können ausreichen.

Die rechtliche Konsequenz: Trotz Verfügbarkeit des Songs in der Instagram-Bibliothek liegt bei geschäftlicher Nutzung keine wirksame Lizenz vor. Für die fehlende Lizenz haftet nach geltendem Recht der Nutzer selbst, nicht die Plattform.

Berechtigungsanfrage wegen Need To Feel Loved erhalten: Ihre nächsten Schritte

Das Schreiben enthält eine Frist, die Sie im Blick behalten sollten. Ein Verstreichen ohne Reaktion wertet die Gegenseite als Signal, dass keine gütliche Einigung gewünscht ist – und kann den Übergang zu härteren Maßnahmen wie einer förmlichen Abmahnung oder einem gerichtlichen Vorgehen beschleunigen.

Überweisen Sie den geforderten Betrag nicht ohne vorherige Prüfung durch einen im Medienrecht erfahrenen Anwalt. Ob die bezifferte Vergütung in Ihrem konkreten Fall angemessen ist, hängt von zahlreichen Umständen ab – der Onlinedauer des Videos, der erzielten Reichweite, dem Charakter des Beitrags und der Frage, ob ein kommerzieller Zusammenhang zwischen Musik und beworbenem Angebot bestand. Häufig ergibt eine differenzierte Betrachtung, dass ein niedrigerer Betrag der Sachlage besser entspricht.

Halten Sie alle relevanten Daten zu Ihrem Video fest: Wann wurde es veröffentlicht, wie lange war es abrufbar, welche Views und Interaktionen hat es erzielt, wurde es inzwischen entfernt und welchen Zweck verfolgte der Beitrag. Diese Informationen bilden die Grundlage für jede Verhandlung mit der Gegenseite.

Auch wenn Sie das betreffende Reel bereits gelöscht oder archiviert haben, sollten Sie auf das Schreiben reagieren. Die Gegenseite dokumentiert die Nutzung erfahrungsgemäß vorab durch Screenshots und Sicherungskopien. Das nachträgliche Entfernen des Videos ändert nichts daran, dass die Nutzung stattgefunden hat – es kann allerdings als Argument dafür dienen, dass Sie den Verstoß nicht fortgesetzt haben, was sich positiv auf die Verhandlung auswirken kann.

Wie wir Betroffene bei Musikabmahnungen auf Instagram unterstützen

Fälle rund um die gewerbliche Nutzung geschützter Musik auf Social Media gehören zu den Schwerpunkten unserer Kanzlei. Wir haben in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von Berechtigungsanfragen und Abmahnungen verschiedener Rechteinhaber bearbeitet und kennen die Argumentationsmuster der Gegenseite. In der Mehrzahl der Fälle konnten wir für unsere Mandanten Einigungen erzielen, die deutlich unter den ursprünglichen Forderungen lagen – vorausgesetzt, die Reaktion erfolgte rechtzeitig und mit fundierter Argumentation.

Weitere Informationen zu aktuell betroffenen Songs und Rechteinhabern finden Sie auf unserer Übersichtsseite zu Abmahnungen wegen Musiknutzung auf Social Media.

Sie haben ein Schreiben wegen „Need To Feel Loved“ erhalten?

Wir übernehmen die Prüfung der Berechtigungsanfrage, bewerten die Angemessenheit der geforderten Vergütung und führen die Verhandlung mit der Gegenseite für Sie. Schildern Sie uns Ihren Fall über das Formular – wir melden uns kurzfristig mit einer Ersteinschätzung.

Berechtigungsanfrage erhalten? Jetzt Ersteinschätzung anfragen.

Laden Sie das Schreiben hoch und schildern Sie kurz Ihren Fall. Wir prüfen die Forderung und melden uns zeitnah mit einer Einschätzung zu Ihren Handlungsmöglichkeiten.

  • Prüfung der Berechtigungsanfrage und der geltend gemachten Ansprüche
  • Einschätzung zur Höhe der geforderten Lizenzvergütung
  • Empfehlung zum weiteren Vorgehen

Rechtsanwalt für Urheberrecht & Medienrecht in Berlin

Ihre Kanzlei bei Abmahnung wegen Musiknutzung auf Social Media

Ob TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts oder Facebook: Wenn wegen Musiknutzung Forderungen geltend gemacht werden, zählt eine schnelle, taktisch saubere Reaktion. Wir prüfen Aktivlegitimation und Rechtekette, ordnen den Account-/Werbekontext ein (privat vs. gewerblich, organisch vs. Paid) und verhandeln mit der Gegenseite – mit dem Ziel, Forderungen zu reduzieren und Folgerisiken (insbesondere Vertragsstrafen) zu vermeiden.

Wir übernehmen das Fristmanagement, führen die komplette Korrespondenz und sorgen – falls erforderlich – für eine modifizierte Unterlassungserklärung, die rechtlich genügt, aber unnötige Risiken vermeidet. In dringenden Fällen sind wir auch am Wochenende per E-Mail erreichbar.

Schicken Sie uns das Schreiben – wir melden uns kurzfristig mit einer klaren Einschätzung.

Jetzt Beratung anfragen
Terminbuchung
Beratungstermin
Jetzt Termin online buchen
Buchen Sie jetzt direkt und verbindlich Ihren Beratungstermin in unseren spezialisierten Rechtsgebieten über unser Online-Terminbuchungsportal.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne telefonisch, per E-Mail oder über unser Kontaktformular zur Verfügung.
Bewertungen
ProvenExpert – Erfahrungen & Bewertungen
Sehen Sie aktuelle Mandantenbewertungen und Erfahrungsberichte – transparent und jederzeit abrufbar.
Kontakt

Guten Tag,

Wir unterstützen Sie bei allen Fragen im Medien-, Urheber-, Marken- und Wettbewerbsrecht. Nutzen Sie unseren Wegweiser für eine schnelle Orientierung.

HTML Snippets Powered By : XYZScripts.com